27.12.2007

Einsatz der FGr Beleuchtung bei Wohnhausbrand

AKTUELL! Am Ende riss Bagger Wohnhaus ab - einmaliger Feuerwehreinsatz

 27.12.07 - FULDA - Am Anfang sah es wie ein gewöhnlicher Dachstuhlbrand aus (siehe Bericht am gestrigen Tag) - doch eswar kein "normaler Brandeinsatz", denn das Ende des Feuerwehreinsatzes setzte ein Abrißbagger: sieben Stunden langbemühten sich mehr als 150 Feuerwehrleute (im permanenten Wechsel auch wegen des Atemschutzgeräte-Einsatzes), das scheinbar "ewige Feuer" in dem 9 x 10 Meter großen Holzhaus im Fuldaer Stadtteil Oberrode zu löschen. Hunderte von Kubikmetern Wasser prasselten auf das "kleine" Einfamilienhaus (einstöckig mit ausgebautem Dachgeschoss) nieder, doch dem Feuer war damit kaum beizukommen. Immer und immer wieder loderten aus Feuernestern große Flammen auf - es war offenbar Isoliermaterial, das dem massiven Wassereinsatz trotzte. 

Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, quollen dicke Rauchwolken unterm Dach und aus den Fensteröffnungen hervor. Feuerwehrchef Thomas Hinz vermutet sogar einen möglichen längeranhaltenden Schwelbrand, der dann bei Zerstörung von Scheiben in Verbindung mit Sauerstoff zu einem "Flash Over" führte und das komplette Haus innen in Brand setzte. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig: zunächst gab es noch einen Innenangriff mit zwei Löschtrupps, doch als das komplette Dachgeschoss brannte, wurde der Rückzug befohlen. Die Wehrleute schirmten auch das nahestehende Haus eines Nachbarn ab, dem ein unkontrolliertes Weiterbrennen des Holzhauses hätte gefährlich werden können. 

Zwei Dinge waren es, die diesen Einsatz so ungewöhnlich machten. Wegen der unbekannten Holzkonstruktion gab es keine Kenntnisse der Statik und deshalb ging man mit äußerster Vorsicht vor. Weiterhin war das Haus mit Aluminium-Dachziegeln in Form von großen, verschraubten Platten abgedeckt. Der Nachteil: sie zerplatzen im Gegensatz zu Tonziegeln nicht bei großer Hitze. Deshalb ließ die Feuerwehr an einigen Stellen das Feuer kontrolliert weiterbrennen, damit die Dachabdeckung "Löcher" bekam. 

Gegen 22.30 Uhr kam dann Verstärkung durch das Technische Hilfswerk aus Fulda und Neuhof mit insgesamt 21 Mann: mit dem Radlader kamen sie aber auch nicht viel weiter. Das änderte sich gegen 23.30 Uhr, als der zusätzlich herbeigerufene Bagger eines Fuldaer Abbruchunternehmens per Tieflader anrückte. Und im Wassernebel aus zahlreichen Strahlrohren machte er mit einem Spezialgreifer "kurzen Prozess": innerhalb von 15 Minuten war das Holzhaus eingerissen. Und dabei wurde auch der Feuerwehr klar, dass sie noch viele Stunden hätten weiter löschen müssen - unglaubliche viele Brandnester kamen zum Vorschein. 

So bedauerlich der Schaden von etwa 300.000 Euro für die betroffene dreiköpfige Familie ist - sie weilte gestern Abend in Schmalkalden - , so unumgänglich war das Handeln aus Sicht der Feuerwehr, die sich vorher von Spezialisten und Experten (Statiker und Bauaufsicht) hatte beraten lassen. Für den Leiter der Fuldaer Feuerwehr Thomas Hinz auch keine leichte Entscheidung. Gegenüber "Osthessen-News" sagte er: "Das ist mir in 25 Dienstjahren nicht passiert, dass ich ein Haus abreißen mußte, um das Feuer endgültig zu löschen. Das ist bitter .... aber wir hatten keine Alternative". +++ 

Quelle: Osthessen-News 


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